- Jesus - Christus - |
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Das
Bestiarium von Holthausen Ein
Ornament der Romanik
Der Adler wurde zunächst
aus verständlichen Gründen von der germanischen Kulturgruppe abgelehnt. Wie
bei den Goten wurde der Rabe (Ravenna) als der Ausdruck von Stärke und
Gemeinschaft verwandt. Auf den gotischen Fibeln und Gürtelschnallen befinden
sich, bisher häufig als Adler gedachte, Raben (Hugin und Munin). Ursprünglich war der
Begriff: „Rabeneltern“ deshalb positiv zu denken verwandt. ______________________________________________________________________ Das Bestiarium
(Fang 71/ 2004 „Deutsche Waldjugend“) Die zwölf Bildteile von Holthausen So Ihr meinen
Hinweisen* gefolgt seid, habt Ihr im Mittelteil Eures „Fang“ zwölf Bilder
gefunden und sie zunächst betrachten können. Einige werden der Aufforderung
gefolgt sein und das Puzzle gelegt haben, daß die Bilder möglich machen. Eine
Flächengestalt ist damit entstanden, die einen Ort umreißen, der einen alten
geschichtlich interessanten Raum darstellt, den wir uns nun in Folge näher
anschauen und bedeuten wollen. Wenn wir eine
Wanderkarte dieses Raumes aufschlagen1, so können wir diese Bilder
auf ihr entdecken und damit den Übertrag der Bildwerte leicht leisten. Dieser Ort, zu
dem unsere Reise geht, wurde vor gut eintausend Jahren Holthausen genannt.
Holthausen setzte sich aus diesen zwölf Bildern zusammen, die Großfluren
darstellen. Über ihre Besiedlung und Einwohnerdichte jener Zeit ist uns nichts
bekannt. Heute finden wir in den zwölf „Bildern“ Holthausens zunächst die
von ihnen gebildeten Ortsteile, die unten folgend in den Beschreibungen, auch
mit ihren Namen, neben den Bildmotiven stehen. Es wird sich
zeigen, daß die Namen dieser Orte in den meisten Fällen so alt wie ihre Bilder
oder älter sind. Doch spätestens stammen sie aus jener Zeit, die wir heute
Romanik nennen. Damit stellt sich
der Ort „Holthausen“ mittels seiner traditionsbezogenen Bedeutungen als
ein früher romanischer Kulturmittelpunktes in {Westphalian2} vor. Wie Ihr erkennen
könnt will ich mit Euch eine Zeitenreise antreten, die zum Ziel hat jene
Weltanschauung zu vermitteln, in der wir noch die Vorbilder der Natur erkennen können,
die unsere Vorfahren bewegten. Gleich einem
„Punkt“ liegt dieser Ort auf der Landes- oder Deutschlandkarte, dem wir uns
aber nur mit dem Verstand zu nähern brauchen. Wir werden diesen
landschaftlichen Ort gedanklich umkreisen und uns dabei verschiedenster
Perspektiven bedienen, die uns unserem inneren Ziel näher bringen: Kultur zu
erfahren, die diesen Raum prägte und die im „Ornament von Holthausen“ ein
„erstes“ Abbild selbst unserer eigenen zeitgenössischen Anschauung findet;
also auch die Bezüge unsere Kultur von heute transparent und sichtbar macht.
Damit ist dieses Werk gleich einer Kathedrale, die nur dem wachen Geist sichtbar
und bedeutsam sein kann. In einem
Durchgangsbereich des ehemaligen „Osning“ (dem heutigen Teutoburger Wald)
gelegen, geriet mehr als dieses Ornament ins Vergessen. Auch jene
altgeschichtlichen Zusammenhänge, für die dieses Ornament stand und steht,
waren bereits vor 200 Jahren in Gänze verloren, wie uns das älteste um dieses
Werk existierende Dokument1 anschaulich macht. *siehe die
Anmerkungen der Deckelinnenseite Doch gleich einer
Erscheinung kann nun, nach wer weiß wie langer Zeit, ein Geschichts- und
Kulturdokument, das bereits weit über diesen Raum hinausstrahlte, all jenen
erneut vorgestellt werden, die Freude und Gefallen am Erbe unserer Ahnen finden
und es mit Herz und Geist zu erfüllen vermögen. Wie Ihr bereits
an der Form der Puzzleteile erfahren konntet, bilden die Umgrenzungen der
Ortsteile die Grundlage dieses Werkes, zumal sie sich aus Einzelteilen zu einem
Gesamten fügen. Dies Gesamte, als
gestaltete Fläche, stellt eine eigene Welt dar, in die jeder einzudringen und
damit seine Botschaft zu erkennen vermag. Ihr macht in
diesem Prozeß auch diesen Teil von Welt zu Eurer Welt, aus der stets neue und
weitere Fragen an Euch erwachsen. Je genauer Ihr hinschaut und je mehr in Euren
Blick gerät, desto größer wird die Flut des möglich Erkennbaren. Wer oder was bin
ich, bist du, sind wir, - Fragen, die unser Selbst betreffen und die hier ebenso
anzuschwingen vermögen, wie die Neugier um die Menschen vergangener Zeit. In der Welt des
„Ornamentes“ begegnen uns vielfältigste Anschauungen, begegnen uns auch
Grenzen ganz anderer Natur, als die noch anzusprechenden Umgrenzungen der
Bilder. Zunächst sagt uns das „Ornament“ etwas über seinen „Schöpfer“,
dann über ihre Interpreten, die in der Zwischenzeit, auf heute, einzig die
Kartographen waren, die dieses Werk übertrugen. Den achtsamen
Kartographen der letzten Jahrhunderte, ist es unter anderem zu verdanken, daß
diese „Arbeit“ bis heute überdauerte. Ihren Fähigkeiten, denen der genauen
Anschauung und des exakten Übertrags der vorliegenden Bildwerte, muß unser
erster Dank gelten. Ihr zeichnerisches Vermögen vermittelt uns aber auch eine
Ahnung um die analogen Grundlagen, die wir beim „Schöpfer“, oder war es
eine „Schöpferin“, des Ornamentes voraussetzen müssen. Mehr noch, die Schöpfung
des Ornamentes selbst, wie ihr bei Eurer Puzzlearbeit erkennen konntet,
setzte viel mehr voraus als wir uns im Moment vorstellen können. Und so nähern
wir uns einem Werk, das uns so ungeheuer viel zu sagen versteht. Von außen nach
innen geht dabei die Reise, wobei im Innen zugleich ein zeitliches Zurück
liegt. Zunächst ist die
Betrachtung der Umrandungen, die das Ornament bilden von Wichtigkeit. Bereits beim
puzzeln wird jedem deutlich geworden sein, daß die Grenzen im innern des
Ornamentes stets die Grenzen in Nachbarschaft bedeuten. Die Grenze des Einen ist
zugleich die Grenze des Anderen. Das wird aber erst von Belang, sobald wir
erkennen, daß es sich bei den umgrenzten Flächen um Tierzeichen und
Figurationen handelt, die in ihrer Gestalt nicht beliebig sind. Nicht beliebig,
nicht austauschbar zu sein, ist einer der wesentlichen Aspekte der Schöpfung
und Eurer eigenen Existenz. Es über Euren Eltern und Freunden hinaus der Welt
zu zeigen, daß Ihr einzig seid, beweist Ihr unter anderem durch Euren
Zusammenschluß als Deutsche Waldjugend. Mit Eurem Tun und Handeln setzt Ihr
Zeichen, die gleich diesem Ornament Zeichen von Moral und Würde darstellen. Jede Grenze, so
wir sie zu überschreiten versuchen, bedeutet uns etwas. Wenn wir auf Grenzen
stoßen, stellen diese sogleich Fragen und Forderungen an uns. Auch diese
Grenzen fordern uns auf. Grenzen versetzen zunächst uns, bevor wir sie
versetzten können. Sie versetzen uns in eine Lage, versetzen uns auch in ihnen.
Wir nehmen uns wahr als Umgrenzte, Beengte oder auch Geschützte. Grenzen können
uns sehr viel bedeuten und unser Leben, in seinem Verlauf, besteht vor allem
daraus Grenzerfahrungen zu machen und daran möglichst zu wachsen. Auch ich bin im
Ornament auf Grenzen gestoßen, habe sie überwunden oder auch als unverrückbar,
unüberwindbar erfahren. Die Grenzen zu
unseren Nachbarn erkennen heißt zunächst immer: Meine Grenzen erfahren lernen! Erfahrene Grenzen
können viel verändern und so wollen wir uns verändern. Das Ornament aber
existiert aus seiner Unveränderbarkeit, es existiert aus seiner Konstanz. Auch
das ist eine Erfahrung um Grenze, in der etwas zu erhalten ist und was wir auch
als Tradition verstehen können. Uns Geboten, also gegebenen Gesetzen und damit
Grenzen unterzuordnen bedeutet eine Grundlage von Gemeinschaft. Im Ornament
begegnet uns die Gemeinschaft von vielfältigsten Grenzen. Bei nur geringsten
Veränderungen der Linienführungen der Kartographie, ganz gleich an welcher
Stelle, lösen sich zwangsläufig jene figurativen Gestalten auf, die die
Grundlagen weiterer und nächster Grenzen darstellen. „Sang- und klanglos“ wäre
all das geworden, was uns nun von Spuren singen und klingen kann. Gerade für die
Außengrenzen Holthausens trifft dies in der Schärfe dieser Aussage zu. Denn
kartographische Außengrenzen spiegeln zumeist Herrschaftsbereiche und vielfach
haben sich diese im Umkreis des Ornamentes über annähernd eintausend Jahre
gewandelt. Und doch, wie sich unten deutlich darstellen läßt, hat es keine
Auswirkungen auf die „Bilder“ gegeben. Im Norden, wie im
Westen bildete heute das Land Niedersachsen mit dem Ort „Dissen“ und dem
Kreis „Melle“ die Nachbarschaft zu diesem Werk. Im Süden wird es von
„Bockhorst“ (Versmold) und im Osten von „Tatenhausen“ und der Gemeinde
„Eggeberg“ (gleichsam zur Stadt Halle gehörend) begrenzt, während der
Nordosten heute von der Stadt Werther berührt wird. Daß die ursprüngliche
Grenzfindung Holthausens, in der figurativen Form, ohne Absprachen mit den
Nachbarn damaliger Zeit erfolgt sein könnte, ist kaum anzunehmen. Daß damit
auch eine politische Reichweite und Macht der „Schöpfer“, also auch der
Administrationen von und um Holthausen verbunden gewesen sein muß,
erscheint darum ebenfalls verständlich. Alle bezeichneten
Grenzen, um die es gleich wie am Rande gehen wird, erfüllten offensichtlich
keine wirtschaftliche oder politische Notwendigkeit in ihrer Setzung. Sie sind
im Außenbereich auch nicht die Folge natürlicher Gegebenheiten (Flüsse, Täler,
Berge). Nicht in der
Sorge um Verwaltung oder Macht waren die Ortsteile in ihrer Ausformung gesetzt,
sondern einzig mit dem Ziel der Dokumentation und der klaren Darstellung eines
zu Schauenden verfaßt und aufgerichtet worden. Vielleicht auch
darum kam es zu keinerlei maßgeblichen Veränderungen um dieses große Werk und
seiner inhaltsreichen Botschaft. Das Ornament von
Holthausen verhält sich darum analog zum Titel Westphalian, der bisher
ebenfalls keine politische oder administrative Herleitung3
zuließ, wie wir bei Klüting lesen können. Indem sich aber
unser Horizont erweitert eröffnen sich die Fähigkeiten nun möglicher Ab- und
Herleitungen, die mehr als die Ursprünge einzelner Begriffe erklären. Wir können
sie bedeuten! _____________________________________ Warum ist das
Ornament annähernd 1000 Jahre alt! Einige Punkte
darum in steckbrieflicher Zusammenfassung. Das Ornament: -
Findet sich bereits auf einer Karte von 1825 („ite“). -
Spiegelt genauestes Wissen um die Heergänge dieser ersten durchdokumentierten -
Integriert bereits bekannte und unbekannte Wallanlagen der Kampfzone
als figurative -
Ließ die Begründer der „Häuser“ (HB – HH), der Burg und der
Kirche, ihre Baupositionen -
Integriert die „Flurbezeichnungen“ die ca. 1000 Jahre älter als es
selbst sind und erweitert -
Greift die Bildwerte frühgermanischer Zeit auf und integriert sie in das
Gesamtwerk als ein -
Greift die normannische Verfassung auf und stellt sie, mit dem {mental}
der Menschen -
Zeigt, daß die Außengrenzen mit der Entstehung des Ornamentes gesetzt
wurden und -
Vermittelt gleich einem Spiegel den Wertekanon der „Romanik“ und der
frühgermanischen ___________________________________________________________
Liebe Waldjugend Es war nicht leicht diese Form des
vorliegenden Ausdrucks zum umfangreichen Thema des Bestiariums zu finden. Viele
Abwägungen und Anläufe haben schließlich dies Ergebnis werden lassen. Und doch wird es einige unter Euch geben,
die Probleme und jede Menge Fragen um diese Lektüre haben werden. Das muß nicht ein Mangel auf Eurer Seite
sein, sondern kann wahrlich am gewählten Weg liegen, den ich meinte einschlagen
zu müssen. Ein ungewohntes „Wanderereignis“ in die
Geschichte, an einen Ort hinter die Wälder und durch die Sümpfe der Zeit, führt
sicherlich einige von Euch an ihre Leistungsgrenze. Einige andere werden denken: „Ich wäre
einen anderen Weg gegangen, vorbei vielleicht an Abgründen und Schluchten, an
die mich das Thema führte und an denen ich hier und da scheiterte“. Das war in diesen Fällen natürlich nicht
das Ziel dieses Weges, auf dem ich keinen von Euch verlieren wollte und will!
Denn wir sind ja noch nicht am Ende unseres Weges, das ich mit Euch gemeinsam
erreichen will. Grundsätzlich öffnet sich kein Thema von
allein und mit einem Schlag. Vor allem, wenn es sich so neu und überraschend
zeigt und einen solchen Umfang trägt, der sich mit unserer Welt so vielfältig
verknüpft. Dann gerade in unübersichtlichen Situationen ist, wie Ihr aus Euren
Wanderungen wißt, eine Orientierung nicht immer leicht. Ihr und das Ornament habt ein gemeinsames
Basislager: Als überspannenden Leitfaden des Ganzen
sehe ich die vorgestellte Verantwortung um diese Welt und um unsere Mitmenschen
an, die dies Ornament uns vermittelt. Darin seid Ihr ja bereits geschult und in
mancherlei Aktivitäten vertraut. Das ist für Euch kein neuartiger Anspruch. In einem Aspekt meiner Arbeit wurde mir dies
deutlich. Das, was Ihr bereits mit dem Beitritt zur Deutschen Waldjugend zum
Ausdruck brachtet, Euch einzusetzen und stark zu machen für die Belange unserer
Welt, entspricht der Ritterschaft, wie sie uns für das „Holtfeld“ begegnet. {To get the dub} den Ritterschlag zu
erhalten und darum die Rosenknospe gereicht zu bekommen {to get the bud} bildet
das Bindeglied von damals und heute. Dies Ansehen leitete mich in dieser Arbeit.
Diese Rosenknospe ist Euer Schatz. Sie zu bewahren und zur Blüte zu bringen
Euer Ansinnen und in dieser Erfahrung liegt das Kapital Eurer Bildung. {To get the bud} heißt es
scheinbar nebensächlich. Doch liegt in dieser Nebensache Euer gesamter
Haushalt, Euer (in Umkehrung): „Budget“. Ihr müßt Euch sammeln und konzentrieren,
im Innern und als Gruppe, damit Ihr Euch entfaltet; als Rosen oder
Schmetterlinge. Damit steht Ihr vor der Annahme des Weges
der den Ritter in die Pilgerschaft führt. Jede Frage die Ihr auch zu diesem Thema zu
stellen wißt, ist eine Frage um den „Seidenen Faden“ Eures Kokon
(Schmetterling), ist ein noch eingerolltes Blütenblatt Eurer Rose {bud}, einer
Erwartung, die Ihr seid und auf deren Entfaltung Ihr ein Recht habt! zu dem aber
auch ein Eigenmaß an Pflicht gehört! Pflicht zur Neugier will ich dies nennen;
Pflicht zur Frage. Euer |
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